Schloss Dretzel

Das private Herrenhaus

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Schloss Dretzel - Das private Herrenhaus

Die Geschichte

Dretzel weißt eine lange und stetige Geschichte auf. Erste Spuren einer sesshaften Zivilisation belegen 5000 Jahre alte Scherbenfunde aus dem Neolithikum in der sogenannten Schönfelder Kultur im heutigen Sachsen - Anhalt. Weitere Ausgrabungen weisen auf Opferbeigaben und rituelle Handlungen einer Kultstätte in der späten Bronzezeit sind Zeugnisse aus frühgermanischer Zeit.

Schloss Dretzel - Kultstätte

Die Germanina Slavica war im frühen Mittelalter ein umstrittendes Gebiet. In ständige Kriegen gegen Elbslawen zwischen Elbe und Oder war die Gegend eine heidnische Insel im weitgehend christianisierten Mitteleuropa. Die slawische Bezeichnung lautete Moricane/ Moresceni, oder auch Morazena und lag im Wendengau. Er lag östlich von Magdeburg zwischen Havel und Elbe, somit auch östlich vom Stammesherzogtum Sachsen.

Der Ort „Dritzele“ wurde zum ersten Mal 961 urkundlich erwähnt. Kirchlich wurde die Gegend, zu der u. a. Ziesar gehörte, dem Bistum Brandenburg zugeordnet. Nach erfolglosen Versuchen des Frankenkönigs Karls der Großen, der 780 in den Sachsenkriegen (Eingliederung des Herzogtums Sachsen in das Frankenreich, 772-804) von Westen bis zur Elbe vorstieß, gelang es Anfang des 10. Jahrhunderts den deutschen Herrschern Heinrich I. (der Sachse) und seinem Sohn Otto I. (der Große) im ostelbischen Gebiet Fuß zu fassen.

Schloss Dretzel - Geschichte

Die Morzanen waren eine der vier Stammesgruppen der nordslawischen Wilzen, die in 95 Burgbezirken siedelten. Ihre Besiedlung ist für den Ausgang des 8. bis zur Mitte des 12. Jahrhunderts nachweisbar. Sie befand sich auf einem noch heute sichtbaren Hügel am östlichen Ende der Breiten Straße des heutigen Dorfs. Bis zum 12. Jahrhundert verlief um die Burg des Burghügels ein Hauptarm der Bache. Otto I. sicherte die Grenze zu den Elbslawen, unterwarf und christianisierte sie.

Zu Beginn des 10. Jahrhunderts errichtete der fränkische König Heinrich I. hier eine Burgwardei namens Dritzele zur Sicherung der Ostgrenze seines Reiches. Sein Nachfolger, Kaiser Otto I., übergab Dretzel dem Erzstift Magdeburg. Als sein Sohn Kaiser Otto II. diesen Vorgang am 5. Juni 973 schriftlich bestätigte, wurde Dretzel zum ersten Mal urkundlich erwähnt.

Schloss Dretzel - Geschichte Schloss Dretzel - König Heinrich I

Im Zusammenhang mit der Wiederherstellung des Bistums Merseburg bestätigte Kaiser Heinrich II. im Jahre 1011 dem Erzbistum erneut seine Besitzrechte an Dretzel. Im 14. Jahrhundert werden die Knappen Henning und Werner von Kracht mit Dretzel belehnt. Sie sind die Erbauer des ersten Dretzeler Schlosses. Ihnen folgte um 1350 die in Altenplathow ansässige Familie von Meyendorf, die den Ort bis in das 16. Jahrhundert besaßen. 1553 wurde Dretzel gegen Besitzungen bei Burg vom erzbischöflichen Geheimrat Lippold von Arnim im Tausch von Georg von Meyendorf erworben. Lippolds Nachfahre, der Domherr Hans Georg von Arnim, verkaufte Dretzel 1617 an Georg von Angern auf Stassfurt.

Anlässlich einer Inspektion der von ihm angeordneten Trockenlegung des Fiener Bruchs hielt sich der preußische König Friedrich II. 1779 im Schloss Dretzel auf. Als der letzte männliche Nachkomme der Familie von Angern, Rittmeister Gustav Friedrich von Angern, 1790 starb, heiratete dessen Tochter Ferdinandine den Kriegs- und Domänenrat Herrmann Ludwig von Stilcke. Dieser musste das Schloss Dretzel neu aufbauen, nachdem es in der Napoleonzeit 1807 abgebrannt war. Der einzige Sohn von Stilcke starb mit 31 Jahren, sodass Dretzel über die Tochter Adelgunde 1835 in den Besitz der Familie ihres Ehemanns gelangte, dem preußischen Generalmajor Carl Heinrich von Ostau.

Im Rahmen der preußischen Verwaltungsreform von 1815 kam Dretzel mit seinen etwa 300 Einwohnern in den Kreis Jerichow II mit der Kreisstadt Genthin. Obwohl ab 1917 die Eisenbahnstrecke Güsen - Ziesar durch den Ort führte, behielt Dretzel seinen landwirtschaftlich geprägten Charakter. Lediglich eine Brandweinbrennerei wurde auf dem Gutsgelände betrieben.

Durch den frühen Tod 1939 von Heinrich von Ostau wurde das Gut zunächst von den Nazis okkupiert und dann von den Russen vollständig ausgebeutet bis es 1945 durch die von der sowjetischen Besatzungsmacht angeordnete Bodenreform enteignet wurde.

Der Landbesitz wurde an Neubauern aufgeteilt. Das Schloss ging 1948 in den Besitz der Kommune über, die es in der Folgezeit als Kindergarten, Schule, Friseur, Jugendclub und Wohnheim nutzte. Ab 1952 gingen die ehemaligen Gutsprächen in genossenschaftliche Nutzung über.

Noch während der DDR Zeit hielt Hans- Fabian v. Ostau Kontakt zu alten Schulfreunden und dem Pastor der Gemeinde. Nach Mauerfall war das Schloss zunächst für andere Investoren vorbehalten worden. Erst im Jahr 2000 gelang es Hans Fabian von Ostau das Schloss der Gemeinde abzukaufen und wieder in den Besitz der Familie zu bringen.

Seit 2017 sind Teile des Schlosses für den Publikumsverkehr nach Absprache geöffnet.

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